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Outfit einer Magd aus Köln, 1586

Ich mag Jost Ammans Holzschnitte der Trachten in Konrad Lautenbachs (alias Thrasibulus Torrentinus Mutislariensis), Im Frauwenzimmer Wirt vermeldt von allerley schönen Kleidungen vnnd Trachten der Weiber..., Frankfurt a.M. 1586, sehr gerne (hier der Link zu Wikisource). Schon lange habe ich daran herumstudiert, die Basler Dame oder die Jungfrau aus Zürich nachzunähen. Das Rennen hat am Ende aber die Magd aus Köln gemacht. Das Ganze soll ja auch praktisch sein und schmutzig werden dürfen.

Geplant war das Ganze folgendermassen:

 

Ich habe mich ausnahmsweise mal recht eng an den Plan gehalten. Zu unterst trage ich ein Hemd aus Leinen, darüber kommt die mit Hanfschnur verstärkte Schnürbrust und eine Rolle Weiberspeck; dazu weisse Leinenstrümpfe. Dann ein Unterkleid aus blauem Leinen, es wird seitlich geschnürt. Darüber kommt nun das bernsteinfarbene, ärmellose Kleid. Es wird mit einer handgemachten Nestelschnur vorne geschnürt. Der Rockteil wird vorne mittels Haken/Öse und einer Nadel geschlossen. Es folgen ansteckbare Ärmel aus Wolle und zwei unterschiedliche Krägen, die beide vorne mit Haken/Öse geöffnet werden: Der eine ist aus weissem Leinen und wird angesteckt, der zweite ist aus schwarzer Wolle und wird unter den Armen gebunden.

Das Unterhemd, das Kleid, die Ärmel, der Weiberspeck und die Krägen sind ganz handgearbeitet (genäht und versäubert), beim Unterkleid sind die Innennähte mit der Maschine gemacht (das wird bei Gelegenheit aber mal geändert werden), die Schnürbrust ist ganz maschinengenäht.

Was noch fehlt, ist die Schürze, das richtige Unterhemd und die kleine Halskrause. Diese Utensilien werden bei Gelegenheit mal folgen.

Photographien: Atall

INC 2008