![]() ![]() |
||
|
| Kurzumhang, ausgehendes 15. Jh, Schweiz Einige Gedanken Ich wollte
endlich meine "Garderobe" einer Frau (wie ehrenvoll auch immer)
des späten 15.Jhs auch für die kühlere Jahreszeit ausrüsten
und etwas "Mantelartiges" nähen. Beim Durchstöbern
von Bildern aus dem heutigen schweizerischen und süddeutschen Raum
stiess ich - natürlich neben Überkleidern, der gängigen
Kaltwetterkleidung (z.B. Burgunderchronik
285) - auf unterschiedliche Varianten für wärmende Überbekleidung
der Frau. Die populärsten sind folgende: Ich habe mich noch beim Bilderbetrachten für das Nähen eines Kurzumhangs entschieden. Er wärmt vermutlich fast so wie ein langer Umhang, er hat aber den grossen Vorteil, dass man nicht darauf steht und man die Hände auf den Seiten unter dem Umhang hervorstrecken kann, will man doch per Zufall etwas arbeiten. Ausserdem kann er von einer Frau, aber auch von Jungsöldner Hannes getragen werden. Meine ungefähre Schnittzeichnung für das Mantel-Projekt sah folgendermassen aus: Meine Umhang-Variante ist aus grüner Mantelwolle gemacht. Sie ist ganz von Hand mit ungebleichtem Leinenfaden genäht. Der Mantel ist zunächst halbrund zugeschnitten. Aus dem Rest des Stoffs habe ich zwei Keile zugeschnitten und eingesetzt. Dies hat zwei Vorteile: Erstens wird durch sie nahezu ein Kreis erreicht, was die charakteristischen Falten gibt und es ermöglicht, den Mantel vorne wirklich zu schliessen. Und zweitens hatte ich so praktisch keine Stoffresten. Gefüttert habe ich den Umhang nicht. Ich habe lediglich die vordere Seite mit ungebleichten Leinenstreifen vertärkt. Geschlossen wird der Umhang ganz gemäss den Bildern nur mit einer Brosche vorne. INC 2006
| |