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Roter Wams, ausgehendes 15. Jh

Ein Wams aus roter Wolle. Ganz handgenäht. Das gute Stück ist bis auf die Ärmel und die vorderen Kragenteile mit gelber Wolle "flach" gefüttert, d.h. das Futter ist vor dem Zusammennähen an die einzelnen Teile geheftet worden. Die Teile wurden so zusammengenäht, die Kanten des Futters dann leicht abgeschnitten und das Ganze versäubert. Als Vorbild für die Farben und die Fütterung hat mir folgendes Bild von Rogier van der Weydens Johannesaltar gedient (Ausschnitt). Sehr schön ist die umgeschlagene Mittelnaht zu erkennen:


Den hinteren Kragenteil habe ich bei meinem Wams ebenfalls in derselben Technik gefüttert. Die vorderen sind dagegen mit roter Wolle gefüttert.
Der Wams wird vorne mit Nesteln (2x5 Nestellöcher pro Seite) geschlossen. An die Hosen ist er mit 9 Schnüren (= 2x9 Löcher) genestelt. Der Wams ist ohne zusätzliche Taillennaht in vier Teilen (ohne den Kragen) geschnitten. Oben an den Ärmeln habe ich aufgrund Stoffmangel - der Stoff ist ein Reststück, das von einem Kleid übrig blieb - je einen Keil eingefügt.

Hier noch zwei Bilder während der Herstellung: Das erste zeigt das hintere Teil mit Fütterung, die Rückennaht bereits zusammengenäht, die Naht aber noch nicht versäubert. Auf dem zweiten sieht man den hinteren Teil des Kragens vor der Fertigstellung. Farblich ist Bild Nr 1 korrekt.

Photographien: Atall; eisa.ch

INC Mai 07